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Corona-Krise: Sorgen und Ängste und Gedanken zur Ausnahmesituation

Die letzten Monate waren sehr ruhig hier auf meinem Reiseblog. Mir fehlte oft die Zeit und manchmal auch die Lust dazu, neue Beiträge zu verfassen. Aufgrund einer beruflichen Ausnahmesituation ging es bei mir privat ziemlich rund, fürs Reisen und für Tagesausflüge blieb wenig bis kaum Zeit. Umso mehr habe ich mich daher auf meinen ersten Urlaub nach langer Zeit und meine erste Reise 2020 gefreut, die mich nach Kuba geführt hat.

Die Reise fand Mitte Feber 2020 statt. Zu diesem Zeitpunkt war das Corona-Virus in Österreich noch nicht wirklich ein Thema. Wir wurden weder irgendwo auf Fieber kontrolliert noch hatten wir irgendwelche Bedenken, uns in irgendwelcher Form wo anstecken zu können. Zu diesem Zeitpunkt war Corona für uns ein Virus, das irgendwo in China sein Unwesen trieb. Von einer Corona-Krise waren wir gedanklich noch weit weg. Aus heutiger Sicht ist es fast unvorstellbar, wie wir so unbeschwert und problemlos über 9.000 Kilometer nach Kuba und zurück reisen konnten.

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Corona-Krise in Europa

Aktuell hat die Corona-Krise Europa fest im Griff. Ich bin trotzdem unendlich dankbar dafür, dass ich meine Kuba-Reise noch antreten und erleben konnte. Auch wenn das nun für viele egoistisch klingen mag. Aber von dieser Reise werde ich noch lange zehren und es wird für mich wohl auch die letzte Reise für längere Zeit gewesen sein. Für jemanden wie mich, der das Reisen und auch unser Nachbarland Italien über alles liebt, ist die momentane Situation nicht einfach. Die Bilder, die uns Italien jeden Tag erreichen,  machen mich unendlich traurig. Ich hoffe inständig, dass das Land diese schwere Situation wird bewältigen können.

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Verzicht üben und “eingesperrt sein”

Die Corona-Krise hat auch Österreich erreicht und voll erwischt. Wie ein Schlag ins Gesicht. Auf einmal ist alles anders und die Welt für uns nicht mehr so wie sie vorher war. Für eine ganze Generation, die noch nie irgendwelche Einschränkungen erlebt hat, ändert sich auf einmal so viel. Wir mussten noch nie auf irgendetwas im Leben verzichten. Wir hatten immer die Freiheit, uns jederzeit ins Auto setzen zu können und hinfahren wohin wir wollten. Meine Generation ist in einem Europa ohne Grenzen aufgewachsen und wir haben es stets genossen, als Kärntner am Wochenende auf einen schnellen Kaffee nach Italien brausen zu können. Wie oft gehen wir ins Restaurant essen oder sind kurzfristig für einen Wochenendtrip in eine europäische Metropole geflogen.

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Das ist vorerst einmal alles vorbei. Stattdessen müssen wir momentan daheim bleiben. Wir kochen selbst statt Essen zu gehen. Wir lesen wieder mehr und wir schauen die Nachrichten, um über aktuelle Maßnahmen informiert zu werden. Auf einmal haben wir viel Zeit zum Nachdenken und Zeit, in der wir uns mit Dingen beschäftigen, die wir sonst nie erledigen wollen. Durch den “Shut-Down” gibt es keine Termine und keinen Freizeitstress mehr. Stattdessen nutzen wir Face-Time und Whats-App Calls um unsere Liebsten zu Gesicht zu bekommen. Wir führen sogar wieder lange Telefonate mit unseren Familien und Eltern, statt sie mit kurzen Nachrichten-Texten abzuspeisen. Die Welt steht still und dreht sich doch weiter. Wenn auch etwas langsamer im Moment.

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Zukunftsängste und Sorgen

Niemand von uns hätte sich jemals gedacht, dass wir uns mit Begriffen wie “Social Distancing”, “Ausgangsbeschränkungen”, “Home Office” oder “Kurzarbeit” auseinandersetzen müssen. Auf einmal leben die Menschen in Europa in Angst und Sorge. So vieles ist ungewiss und niemand weiß, wie lange dieser “Zustand” für uns noch andauern wird. Wann wird die Anzahl der Infektionen zurückgehen und wann wieder eine Art von Normalität in unseren Alltag treten? Werden wir es schaffen und das Virus besiegen können? Können wir unsere Eltern und Großeltern vor der Erkrankung bewahren, indem wir sie momentan meiden und sie in ihren Wohnungen bleiben? Werden wir uns selbst noch infizieren oder tragen wir das Virus bereits in uns? Können wir Menschen anstecken, mit denen wir vor den Beschränkungen noch Kontakt hatten?  Wie können wir unsere Gesundheit als unser momentan größtes Gut wahren? Viele dieser Sorgen beschäftigen uns im Moment.

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Die Menschen arbeiten momentan im Home-Office oder auch gar nicht mehr. Wenige “Systemerhalter” gehen momentan noch täglich zur Arbeit. Es gab schon unzählige Job-Kündigungen gleich zum Beginn der Corona-Krise. Wir blicken daher mit Angst und Sorge auf die nächsten Wochen. Wie wird es finanziell und wirtschaftlich für uns weitergehen? Werden wir nach der Corona-Krise noch unseren Job haben? Werden wir noch den gleichen Lohn oder Gehalt bekommen, auf dem wir unser Leben aufgebaut haben? Die Unternehmer kämpfen um ihre Existenz und um den Erhalt von unseren Arbeitsplätzen. Wie wird die wirtschaftliche Situation in unserem Land nach dem Corona-Virus aussehen? Wird es uns immer noch gutgehen?

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So unendlich viele Themen sind momentan in der realen und in der digitalen Welt wichtiger als meine Geschichten und Tipps über Reisen und Ausflüge im Alpe Adria Raum. Wie gerne würde ich sorglos über meine wunderbaren Erlebnisse in Kuba berichten. Aber es fühlt sich einfach nicht richtig an. Es ist momentan nicht wichtig. Mir fällt es auch schwer, an Reise-Beiträgen zu arbeiten und die Realität auszublenden. Niemand will momentan Reiseberichte und Tipps zu Ländern und Abenteuern lesen. Es interessiert sich verständlicherweise momentan schlicht und einfach kaum jemand fürs Reisen. Viele von uns wissen auch gar nicht, ob sie in diesem Jahr überhaupt noch einmal wohin fahren werden können. Wir machen uns sogar Sorgen darüber, ob wir uns das Reisen in den nächsten Monaten überhaupt werden leisten können.

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Reisebranche in der Krise

Zum Glück betreibe ich meinen Blog ja nur als Hobby und ich muss nicht davon leben. Aber viele meiner Reiseblogger-KollegInnen trifft die aktuelle Situation auch wirtschaftlich sehr hart. Viele leben von Kooperationen, Provisionen durch Affiliates oder durch Verkäufe von Reiseführern usw. Die Zugriffe auf Reiseblogs sind in den letzten Wochen und Tagen komplett eingebrochen, somit auch die Einkünfte für die Vollzeit-Reiseblogger. Ich wünsche allen, die in der Tourismus Branche tätig sind oder vom Reisen leben das Beste für die kommenden Monate. Ich drücke allen Hotels, Airlines, Reiseveranstaltern und Reisebloggern die Daumen, dass sie die Krise wirtschaftlich durchstehen werden.

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alles wird gut… wird alles wieder gut?

Wo Schatten hinfällt, gibt es auf der anderen Seite auch Licht. So ist die Kehrseite der Corona-Medaille, dass sich vor allem die Natur unter der Corona-Krise wieder ein wenig erholen kann. Täglich erreichen uns Nachrichten von Küstenorten an der Adria, in denen sich Tiere wieder ihren Lebensraum zurückerobern, weil momentan keine Schiffe oder Menschenmassen unterwegs sind. Die Kanäle in Venedig sind sauber wie schon seit Jahren nicht mehr. Generell kann sich die Stadt momentan ein wenig generieren, da sie sonst schon sehr unter den vielen Touristen leidet. In Triest tummeln sich momentan wieder Delfine im Hafen, sonst werden Sie von Schiffen aufs weite Meer hinaus gedrängt. Orte in Europa, die in den letzten Jahren unter Massentourismus und Menschenmassen gestöhnt haben, sind momentan wie leergefegt. Viele Städte können aktuell ein wenig durchatmen und es scheint sich auch die Luft in vielen Industriestädten wieder ein wenig zu bessern.

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Die Corona-Krise wird irgendwann wieder vorbeigehen. Wir werden zur Normalität und zum Alltag zurückkehren. Aber wird diese Krise uns auch nachhaltig verändern? Wird uns das, was wir aktuell erleben, zu anderen oder sogar besseren Menschen machen? Werden wir aufgrund der vielen Ereignisse umdenken? Werden wir in Zukunft achtsamer leben und mehr auf Regionalität Wert legen? Unterstützen und stärken wir lokale Unternehmen mehr, so wie wir es aktuell überall in den sozialen Medien versprechen und predigen? Wollen wir wirklich wieder mehr Urlaub daheim machen, statt um die Welt zu jetten? Werden uns wirklich viele Dinge nach der Krise nicht mehr so wichtig sein, die davor noch von größter Bedeutung für uns waren? Ich bin gespannt, wohin sich unsere Gesellschaft in den nächsten Wochen entwickeln wird und was das Covid-19-Virus für Menschen aus uns machen wird.

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Wie denkst du darüber? Ich bin auf die Meinung meiner Leser gespannt und freue mich über Kommentare, Anregungen und Diskussionen zur aktuellen Situation.

Alles Liebe,
Anita

 

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