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minimalistischer Kleiderschrank

Sind 15 Kleidungsstücke genug?

Ist es möglich 30 Tage lang nur 15 Kleidungsstücke zu tragen? Theoretisch gesehen: JA! In der Praxis sieht es da leider etwas anders aus. Ich habe am “Kleiderschrank-Experiment” von Sunray (the organized Cardigan) und Micha (Instagram: Micha.Bicha) auf Instagram teilgenommen. Meine Erfahrungen dazu muss ich nun in diesem Beitrag loswerden.

Projekt 15 x 30

Bei dieser Challenge wählten wir für einen Zeitraum von 30 Tagen nur 15 Kleidungsstücke aus, die getragen werden sollten. Dazu zählten Hosen, Röcke, Kleider, Jacken, Mäntel, Oberteile UND Schuhe! Sport- Schlafsachen, Unterwäsche und Socken wurden nicht dazugezählt. Ebenso wurden Schmuckstücke, Accessoires und Taschen nicht gewertet. Für spezielle Anlässe wie Hochzeiten, Feierlichkeiten oder sonstige Veranstaltungen durften Ausnahmen gemacht werden. Außerdem gab es einen Joker-Tag, an dem getragen werden konnte, wozu man Lust hatte. Außerdem gab es auch 2 “Joker-Kleidungsstücke”, die getauscht werden konnten, sollten 2 der vorab gewählten Teile absolut nicht passen.

von Null auf Hundert – ich und eine “Capsule Wardrobe”

Minimalismus ist mehr als nur eine “Modeerscheinung” – es ist ein neuer Lifestyle. Ich habe mich ja auch schon sehr intensiv mit dem Thema “weniger ist mehr” und “Ausmisten bzw. Ordnung machen” beschäftigt. Es tut so gut, sich von unnötigen Dingen zu verabschieden und Ballast abzuwerfen. Dazu gibt es auch ein eigenes Kleidungs-Konzept, das sich “Capsule Wardrobe” nennt. Dabei wird die Alltagsgarderobe auf wenige Teile reduziert, die aber alle zusammenpassen und untereinander kombinierbar sind. Jene, die sich intensiv mit diesem “Minikleiderschrank” auseinandersetzen, leben dann in der Regel mit ca. 31 – 37 Teilen pro Jahreszeit. Dieses Konzept beruht zum einem auf konsumkritische Nachhaltigkeitsgedanken, zum anderen erleichtert es aber auch den täglichen “Was-ziehe-ich-bloß-an-Kampf”.

Und wie sieht das bei mir aus? Von einem minimalistischen Kleiderschrank, in dem alle Teile zueinander passen bin ich unendlich weit entfernt! Ich habe keine ausgewählte Capsule Wardrobe für die jeweiligen Jahreszeiten. Ich bin schon echt total stolz auf mich, wenn ich es schaffe, mal einen Monat lang nicht irgendetwas zu shoppen. Dabei landet dann viel zu oft nur wieder ein Fehlkauf in meinem Kasten. Wieder ein Teil mehr, dass ich niemals tragen werde. Wieder ein Teil, das ich nur gekauft habe, weil es ein Schnäppchen war. Mein Kleiderschrank geht über und ich habe wirklich viel zu viel zum Anziehen. Weshalb ich aber wiederum viel zu oft morgens davor stehe, und die Hände über den Kopf zusammenschlage, weil ich nicht weiß, WAS ich anziehen soll.

Total schlimm, oder? Aber geht es nicht den meisten von uns so? Dabei habe ich gerade mal wieder versucht auszumisten, aber ich kann mich von so vielen Teilen einfach nicht trennen.

zusammenpassende Garderobe

Foto von unsplash.com

Deshalb hat mich auch die Teilnahme an diesem Experiment so gereizt. Ich wollte wissen, ob es für mich möglich sein würde, mit nur 15! Teilen einen Monat lang leben zu können. Ich wollte so außerdem herausfinden, welche meine Lieblingsstücke sind, um mich dann doch mal ans große Ausmisten wagen zu können.

mein Mini Kleiderschrank für 30 Tage

Gesagt – getan. Das Experiment hat vom 15. Juni bis 15. Juli gedauert. Mitten im Sommer würde es ja nicht so schwer sein, 15 Kleidungsstücke zum Anziehen auszuwählen. Naja, so unbedingt leicht fiel mir die Auswahl dann doch nicht. Es gilt dabei nämlich einige Dinge dabei zu bedenken:

  • welche Veranstaltungen, Termine oder Aktivitäten stehen an?
  • passt der gewählte Stil für den Alltag? Sind die Stücke zu elegant oder zu leger?
  • geht man auf Reisen? Benötigt man hier spezielle Kleidungsstücke?
  • passen die gewählten Schuhe zu allen Stücken?
  • Wie viele Hosen, Oberteile oder Schuhe soll man überhaupt auswählen?

Fragen über Fragen – und es ist so manches zu beachten. Für mich standen 2 Termine mit dem Chor bevor, wo ich schon im Vorfeld wusste, dass ich hier “Joker-Tage” wählen müsste. Da ist Chorkleidung angesagt, und ich kann nicht mit einem Experiment aus der Reihe tanzen. Außerdem standen bei mir eine Wanderreise in die Berge und ein Kurztrip mit meiner Freundin an. Ich musste auch diese Termine schon bei der Kleiderauswahl bedenken.

Das war die erste Auswahl meiner Kleidungsstücke:

Capsule Wardrobe 30 Tage

Meine Garderobe bestand aus:

  • 2 Jeans (weiß und blau)
  • 2 Streifenshirts (rot/weiß und blau/weiß)
  • 2 Strickjacken (weiß und rosa)
  • 1 Sommerkleid im Paisley-Muster
  • 2 Blusen (rosa-gemustert/Off-Shoulder und blau-getupft langärmelig)
  • 1 Jumpsuit blau
  • 1 Rock weiß
  • 2 Paar Schuhen (Sneakers und Flip-Flops)
  • 1 Jeans-Jacke
  • 1 Off-Shoulder-Top rosa

Da die Temperaturen dann im Laufe der Challenge in Kärnten doch sehr sommerlich wurden, habe ich die weiße Strickjacke (die ich nie getragen hatte) dann gegen ein blaues Top getauscht. Die Jeansjacke musst einer blauen Windjacke weichen, um flexibler auf die Wetterbedingungen eingestellt sein zu können. Das rosa Off-Shoulder-Oberteil in der Mitte trug ich auch nie, ich musste es gegen ein weißes Trägertop tauschen, das besser zum Wetter und den anderen Teile passte. Generell habe ich bei der Auswahl vorwiegend zu den Farben Blau, Weiß und Rosé bzw. Rosa gegriffen. Das Wetter schlug allerdings dann auch wieder in eine Regenperiode mit Kälte um, da hatte ich dann aber genug warme Sachen zur Verfügung.

Kleidungsstücke Joker

Meine Erfahrungen mit der Mini-Garderobe

Es ist möglich mit 15 Teilen zu leben. Aber man muss nicht – und es macht nicht immer Spaß. Das sind die wichtigsten Erfahrungen mal so auf den Punkt gebracht.

Meine Mitstreiterin in diesem Projekt, Laura (The ognc.com) , hat auf ihrem Blog einen überaus interessanten Beitrag verfasst. Sie hat festgestellt, dass es mit 15 Teilen ca. 120 Kombinationsmöglichkeiten geben würde. Das ist ja echt irre, oder? Ich habe beim nachträglich betrachten meiner Challenge-Fotos auf Instagram bemerkt, dass ich längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatte.

Erkenntnis 1: Wählt man (schon beim Kauf) Kleidung, die zueinander passt, so ergibt das unheimlich viele Kombiniermöglichkeiten

Wäschewaschen und Bügeln sind ein sehr leidiges Thema in meinem Leben. Ich mag Bügeln nämlich überhaupt nicht. Schon vor dem Experiment habe ich mich daher davor gefürchtet, wie denn das dann so mit der Wäsche werden würde. Dabei habe ich festgestellt, dass dieses Thema überhaupt kein Problem war. Die Wäschehäufchen wurden nämlich immer kleiner. Ich habe die Teile natürlich viel öfter getragen. Wenn mal etwas schmutzig wurde, habe ich es mit der Hand gereinigt. Wenn Waschtag war, habe ich mich sofort wieder ans Bügeln gemacht, da ich die Kleidungsstücke ja wieder benötigt hatte. Sonst stehen die Wäschekörbe oft ewig in der Ecke, bis ich mich zum Bügeln durchringen kann.

Erkenntnis 2: Wäsche wird weniger oft gewaschen und man zwingt sich zum Bügeln. 

Wie bereits erwähnt fielen 2 Kurztrips in die Zeit des Kleiderschrank-Experiments. Benötige ich oft ewig zum Kofferpacken, weil ich mich nicht entscheiden kann, was mitkommt, so geht das mit einer Mini-Auswahl ruck-zuck. Ich war echt verblüfft und begeistert. Man wählt aus den wenigen Teilen nur jene, die zur Reise passen, und schon ist man fertig. Bei der Wanderreise musste ich allerdings die Schuhe tauschen und Sportkleidung zusätzlich mitnehmen, was allerdings erlaubt war.

Erkenntnis 3: Kofferpacken wird zum Genuss mit einer Mini-Auswahl an Kleidungsstücken.

Ab Ende der Woche 2 sehnte ich mich dann doch sehr nach Abwechslung. Ich hatte mir für unseren Urlaub an der Riviera so wunderschöne Sommerkleider gekauft. Die mussten bei schönstem Sommerwetter leider alle im Schrank hängen bleiben, was mich schon ein sehr frustrierte. Generell hatte ich dann schon bald alles mal angehabt von meiner Garderobe und ich sehnte mich nach Abwechslung. An manchen Tagen hatte ich auch irgendwie das Gefühl, nicht für alle Anlässe oder Tage passend gekleidet zu sein. Ich musste dann so oft Kompromisse eingehen wo es einfacher gewesen wäre etwas anderes zu tragen, ich es aber nicht “konnte”.

Erkenntnis 4: mit 15 Teilen ist man nicht für alle Lebenslagen “passend” gekleidet.  

Die beste und wichtigste Erkenntnis aber zum Schluss: der Sommer-Sale ist heuer spurlos an mir vorübergegangen. Ich habe mich auch gar nicht mit dem Thema “Shoppen” beschäftigt, es interessierte mich schlicht und einfach gar nicht. Ich habe auch jetzt nicht das Bedürfnis, einfach mal Shoppen zu gehen. Wenn ich in Zukunft Kleidung kaufe, dann sicherlich etwas, was sich mit meinen bestehenden Teilen kombinieren lässt. Stattdessen freue ich mich nun echt darauf, meine schönen Kleidungsstücke anziehen zu können, die in der letzten Zeit ungetragen in meinem Schrank hängen bleiben mussten. Jene Teile, nach denen ich mich sehnte, die werden behalten. Teile, an die ich in dieser Zeit nicht einmal dachte, die werde ich nun wohl nach und nach ausmisten.

Erkenntnis 5: Eine “Capsule-Wardrobe” ist nachhaltig und günstig. Shopping-Trips sind weder notwendig, noch sinnvoll. Ich habe genug zum Anziehen und muss mich jetzt daran machen, daraus meinen passende Garderobe zusammenzustellen. Gekauft wird nur mehr, was “passt”. 

Interessiert dich das Thema? Es haben so viele Bloggerinnen bei dieser Challenge mitgemacht.

Hier ein paar Klicktipps zum Weiterlesen:

Alle Instagrammerinnen, die sich beteiligt haben, findest du unter dem Hashtag #Juni15x30!

Was sagst du zu diesem Experiment? Könntest du mit einer minimalistischen Garderobe oder gar nur 15 Teilen leben? Ich freue mich auf dein Feedback.

Alles Liebe, Anita

 

 

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5 Kommentare

  • Antworten Sunray

    Liebe Anita,

    ich habe endlich alle Beiträge zur Challenge zusammengetragen: http://theorganizedcardigan.de/2017/07/juni15x30-das-fazit-zum-kleiderschrank-experiment/
    Danke nochmal, dass du an unserem Experiment teilgenommen hast und für deinen wunderbaren Beitrag!

    Ganz herzliche Grüße
    Sunray

    11. August 2017 at 17:54
  • Antworten #Juni15x30 - Das Fazit zum Kleiderschrank-Experiment | The organized Cardigan

    […] Auch Anita von gailtalontour.com hat sich nicht nur dem #Juni15x30 Kleiderschrank-Experiment gestellt, sondern auch noch ganz anderen, mit der Challenge einhergehenden Herausforderungen! Verarbeitet hat sie ihre Auswahl samt Kriterienkatalog und super spannenden Erkenntnissen in diesem Beitrag. […]

    30. Juli 2017 at 19:02
  • Antworten Sunray

    Liebe Anita,

    ich freue mich ganz dolle darüber, dass du mitgemacht hast und über deine tollen Erkenntnisse und Erfahrungen, die du aus der Challenge gezogen und vor allem auch mit uns geteilt hast! Es hat unheimlich viel Spaß mit dir gemacht und ich freue mich, dass wir uns via unserer Blogs und die Liebe zum Thema “Weniger ist mehr” gefunden haben! <3
    Und mit der "“Capsule-Wardrobe” und Aufräum-Mentorin" machst du mich ganz verlegen – und auch ein bisschen stolz :-* <3
    Hab tausend Dank für deinen tollen Beitrag! Ich tippe nun mal den Abschlussbeitrag bei mir auf dem Blog und verlinke dich natürlich auch. 🙂

    Fühl dich ganz herzlich gedrückt!
    Sunray

    26. Juli 2017 at 18:50
  • Antworten Caro

    Hey Anita,

    finde ich sehr cool, dass du das mal probiert hast!

    Bei mir passt mittlerweile alles, was ich brauche, in meinen 32-Liter-Rucksack und wenn ich neue Klamotten haben möchte, muss ich erst was anderes aussortieren 🙂

    Funktioniert prima – okay, im deutschen Winter brauche ich noch Jacke, Boots und einen dicken Pulli, aber ansonsten reichen mir meine Basics. Ich kaufe auch nur noch Sachen, die sich einzeln tragen lassen (Kleider + schwarze Leggings) oder komplett untereinander kombinieren lassen.

    Schöne Grüße,
    Caro

    23. Juli 2017 at 17:52
  • Antworten Natascha

    Liebe Anita,
    das ist ja spannend. Ich verwende soviel Zeit mit dem überlegen “was ziehe ich an”, dass eine Uniform fürs Leben eine Lösung wäre. Aber ich verwerfe diesen Gedanken immer, sobald ich mein Tagesoutfit gefunden habe 🙂 Das Experiment klingt toll und ich finde es toll wie du das gemeistert hast! Coole Sache!
    GLG Natascha

    22. Juli 2017 at 18:41
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