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Hallstatt Oberösterreich

Ist der Instagram-Hype um Hallstatt berechtigt?

Ich bin leidenschaftliche Instagrammerin. Gerne teile ich meine Fotos auf der größten Foto-Shring-Plattform weltweit mit Millionen von anderen Usern. Damit möchte ich nicht nur meine schönsten Reisefotos zeigen oder Einblicke in meinen Alltag geben. Ich will auch zeigen wie schön Österreich und dabei insbesondere Kärnten ist. Es gibt auch mittlerweile viele Accounts wie @visitaustria, @discoveraustria, @igersaustria oder @365austria, die täglich die besten und schönsten Instagram-Bilder aus Österreich aller User teilen. Schon lange fällt mir dabei auf, dass regelmäßig ein Ort in diesen Feeds auftaucht: Hallstatt!

Es schaut auf den vielen Instagram-Fotos wunderschön aus und ist zweifelsohne ein echt bezaubernder Ort im Salzkammergut. Mir stellt sich allerdings wirklich die Frage, ob dieser Instagram-Hype darum berechtigt ist. Österreich hat so viele wunderschöne Schätze zu bieten. Wir haben 9 Bundesländer, geschichtsträchtige Städte wie Wien, Salzburg und Innsbruck. Berge, Seen, Kulturgüter und eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt. Das Aushängeschild für Österreich ist doch nicht nur Hallstatt, oder doch?

Ich musste der Sache auf den Grund gehen. Ich wollte wissen, warum dieser Ort  auf Instagram so beliebt ist.

Blick auf Hallstatt

Inhalt

Cabrio-Tour nach Hallstatt

Ich habe mit meiner Freundin Petra einen Kurzurlaub im Schönen Salzburg verbracht. Unser Plan: ein paar Tage in den Bergen mit Wandern, Schwimmen und Relaxen zu verbringen. Leider ist das Wetter aber sehr unbeständig und täglich sind Gewitter angekündigt. So haben wir zwar einen Nachmittag am Goldegger See verbracht, die Bergtouren haben wir aber ausgelassen. Stattdessen haben wir Ausflüge mit meinem Mini-Cabrio gemacht.

Cabrio-Tour-Salzburg

Unser erstes Ziel: Hallstatt im Salzkammergut.

“Millionenfach fotografiert – einmal kopiert – nie erreicht”

So ist es auf der Webseite von Hallstatt zu lesen. Denn das ist wirklich wahr: den Chinesen gefällt der Ort so gut, dass es in der Volksrepublik seit 2012 einen Nachbau davon gibt. Nichtsdestotrotz kommen die Asiaten lieber nach Europa, um sich das Original anzusehen und hier ein “Dirndl-to-go” auszuborgen. Damit auch alles perfekt auf Actioncams und den Smartphones mit Selfie-Sticks inszeniert werden kann. Bergidylle und “Sound-of-Music-Flair”, obwohl die Familie Trapp gar nie hier war. Hallstatt ist für viele Besucher aus aller Welt einfach nur bezaubernd.

Marktplatz

Anreise

Hallstatt hat seit 2017 nicht einmal mehr 800 Einwohner und gehört zur Gemeinde Bad Ischl im Bezirk Gmunden. Zusammen mit dem Dachstein und dem Inneren Salzkammergut gehört es zur UNESCO-Welterbestätte Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut. Hallstatt liegt direkt am Hallstätter See und es blickt auf eine über 7.000-jährige Geschichte zurück. Seit der Bronzezeit wird hier Salz abgebaut, was dem Ort Wohlstand gebracht hat.Schifffahrt Hallstätter See

Salzschiff-Halstättersee

Die Anreise ist sehr abenteuerlich, denn die Bundesstraße B166 nach Hallstatt ist sehr schmal und kurvenreich. Von Goldegg aus waren wir in ca. 1,5 Std in Hallstatt (80 km), vom Gailtal aus hätten wir 2,5 Std. benötigt (180 km Hermagor – Hallstatt). Im Ort selbst ist das Parken für Tagesgäste nicht möglich. Es gibt eine Parkgarage (P1) und einen Parkplatz (P2) außerhalb des Ortskerns sowie Busparkplätze.

Die Parktarife sind durchaus human: Tarife 2017

  • 1 Stunde: 3,50 Euro
  • 2 Stunden: 6,00 Euro
  • 3-6 Stunden: 8,00 Euro
  • 7-12 Stunden: 9,00 Euro

altes-Haus-Salzburg

das “most-instagrammed-village” von Österreich

Auf dem schmalen Uferstreifen zwischen den steil aufragenden Bergen drängen sich die alten Häuser aus Holz und in Pastelltönen dicht aneinander. Im Wesentlichen besteht der Ortskern aus einer Straße, die parallel zum Seeufer verläuft und einigen Gassen rund um den prächtigen Hauptplatz. Es gibt zwei Kirchen im Ort, eine katholische und eine protestantische. Auf allen Fotos auf Instagram ist übrigens die evangelische Kirche zu sehen, die sich im Wasser des Hallstätter Sees spiegelt, im Hintergrund thront das idyllische Bergmassiv. Wenn man die Gosaumühlstraße bis zum Gästehaus Cian entlangspaziert, dann hat man auch schon diesen “Vistapoint” von Hallstatt erreicht. Und von hier aus kannst du das typische Fotomotiv von Hallstatt machen, vorausgesetzt es rennt dir nicht ständig ein Asiate ins Bild.

Aussichtspunkt

Asiaten-Hallstatt

 

Aber Hallstatt hat mehr zu bieten, als diese Ansicht mit der Kirche, dem See und den Bergen im Hintergrund. Der Ort ist wirklich bezaubernd und nett und ein wenig kann ich nachvollziehen, warum alle Welt davon so begeistert ist. Alle Häuser sind wunderschön mit Blumen geschmückt und es ist wirklich alles “fein beinand”, sauber und gepflegt. Die Häuser strahlen wunderschön und in unterschiedlichen Farben. Die Bauweise mit dem alten Holz und den Fensterläden ist immer noch gleich wie vor hunderten von Jahren. Es ist wirklich interessant und schön, durch die Gassen zu ziehen und sich Hallstatt anzuschauen.

Fazit:

Hallstatt ist echt nett und hat viel mehr zu bieten als das “berühmte” Foto mit der Kirche und dem See! Der Ort ist es durchaus wert, sehr oft auf Instagram gepostet zu werden. Es gibt viele schöne Fotomotive in Hallstatt und nicht nur diese Ansicht vom Aussichtspunkt aus. Der Hype um Hallstatt ist aber meiner Meinung nicht berechtigt. Es gibt viele schöne Orte in unserem Land, besonders im Alpenraum. Hallstatt ist auch keineswegs “typisch” österreichisch. Es sollte daher nicht ein Aushängeschild für unser wunderbares Land sein oder als schönster Ort betitelt werden. Denn was durch die vielen Touristen hier passiert ist, das ist weder schön noch wirklich authentisch.

Hallstatt gleicht einem Freichlichtmuseum. Wie wir so durch den Ort spazieren fragen wir uns wirklich, ob hier noch Menschen leben. Hinweisschilder weisen jedoch darauf hin, dass es sich hier um Privathäuser handle und Hallstatt nicht ein Museum sei. Hie und da sehen wir aber wirklich, wie asiatische Touristen sich einfach irgendwo auf Bankerln niederlassen, die vor den Häusern stehen, um Ihre Jause zu verspeisen. Allerdings sehen wir kaum irgendwo Einheimische außer in den Gaststätten, Geschäften oder Souvenirläden. Ob dieser Massentourismus, der hauptsächlich aus Tagesgästen besteht ein Segen für den Ort ist? Wir bezweifeln das. Richtig profitieren tut davon maximal der Supermarkt, der Schnellimbiss und die Schifffahrts-Gesellschaft. In den Gasthäusern und Restaurants ist davon schon weniger zu spüren.

Touristen Schiff

Supermarkt

was tun in Hallstatt?

Wir wollten Hallstatt besuchen ohne uns vorab großartig zu informieren, wie man dort den Tag verbringen könnte. Wir haben uns treiben lassen und einen feinen Tag im ältesten Dorf Österreichs verbracht.

Unsere Tipps:

  • durch den Ort spazieren und viele, viele Fotos schießen
  • mal gemütlich einkehren und einen Kaffee, Spritzer oder ein Bier trinken (und nicht nur im Supermarkt etwas kaufen und das in fremden Gärten verspeisen)
  • eine Runde mit dem Schiff oder Boot am Hallstätter See fahren
  • zur katholischen Kirche hinaufgehen, das Beinhaus und den wunderschönen Friedhof besichtigen

das könntest du auch noch machen:

  • die Salzwelten besuchen
  • sich den Ort vom Skywalk aus von oben ansehen
  • das Museum im Ort besuchen

Wir sind aber stattdessen noch weitergefahren nach Bad Ischl, und haben uns auf die Spuren von Sisi & Franzl begeben und etwas k.u.k-Luft geschnuppert.

Warst du schon einmal in diesen beschaulichen Orten im Salzkammergut? Was hast du hier erlebt? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Impressionen aus Hallstatt

 

 

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6 Kommentare

  • Antworten Dani

    Macht natürlich Lust auf mehr 😉
    Lg Dani

    4. August 2017 at 13:16
    • Antworten Anita

      Hi Dani,
      dann nimmst du mich mit, wenn du mal hinfährst? 🙂 LG, Anita

      6. August 2017 at 18:04
  • Antworten Claudia Braunstein

    Hallo Anita, ich war nach Jahrzehnten im letzten Jahr gleich zweimal in Hallstatt. Einmal im Hochsommer und einmal im Februar, in der falschen Meinung, da wäre absolute Nebensaison, was sich als absoluter Irrtum herausstellte. Der Ort ist so dermaßen vom Tourismus überrollt, nicht nur Chinesen, auch Araber werden hingekarrt, dass ich jedem abraten würde dort hinzufahren. Mit Wehmut erinnere ich mich an meine Kindheit in den Sechzigern und frühen Siebzigern, als der Ort wirklich noch beschaulich war. Liebe Grüße, Claudia

    30. Juli 2017 at 14:40
    • Antworten Anita

      Hallo Claudia!
      Danke für deinen Kommentar. Deine Worte bekräftigen meine Meinung, dass es wirklich traurig ist, was aus Hallstatt geworden ist. LG, Anita

      6. August 2017 at 18:02
  • Antworten katy fox

    ich wollte immer schon mal nach Hallstatt – besonders wie du erwähnt – das die so ein Ort in Österreich ist der WEIT bekannt ist und so eine tolle Kulisse bittet! danke deines Beitrags muss ich jz wohl noch schneller dort hin ! danke!
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    30. Juli 2017 at 12:35
    • Antworten Anita

      Liebe Katy, danke für deinen Kommentar. Aufgrund der überaus vielen Tagesgäste solltest du eher frühmorgens oder am späten Nachmittag oder gegen Abend hin nach Hallstatt. Sonst hast du bedauerlicher Weise nicht allzu viel davon. LG, Anita

      6. August 2017 at 18:04

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