Tagesausflug in die Alpes Maritimes
Bei einem Urlaub mit dem Auto an der französischen Riviera solltet ihr unbedingt einen Ausflug ins Hinterland der Küstenregion machen. Wie schon in meinem Beitrag über die Reiseroute unseres Road Trips nach Italien und Frankreich erwähnt, haben wir einen Tag in der alpinen Region der „Seealpen“ verbracht. Nur 100 km von Nizza entfernt zeigt sich da eine Landschaft aus karstigen Bergen und Hügeln, wilden Tälern und unvergesslichen Ausblicken. Um dorthin zu gelangen müsst ihr die Stadt im Nord-Westen über die A8 in Richtung Grenoble verlassen und dann ab der Ausfahrt 51.1 an der Var (=Fluss) entlang in Richtung Plan du Var, Villars s/Var, Puget-Theniers fahren. Das Tal der Var ist nicht sehr dicht besiedelt, nur hin und wieder fährt man durch kleine Dörfer oder erspäht auf den Hügeln ein paar Steinhäuser, die sich dort gruppieren.
Der aufregendste Teil der Strecke liegt zwischen Daluis und Guillaumes (keine Ahnung, wie man das ausspricht!). Auf diesen 12 km verläuft die Straße hoch oben in der Var-Schlucht und ihr findet euch in einem atemberaubend schönen Canyon wieder, dem Gorges de Daluis. Direkt neben dem Straßenrand fallen die Felswände des dunkelroten Felsgesteins senkrecht in die Tiefe hinab. Dabei führt die Straße immer wieder durch mehrere kurz hintereinander folgende, einspurige Tunnels, die aus dem Felsen gesprengt wurden. Die Strecke gehört zu den schönsten Motorrad- und Cabriotouren in den französischen Alpen und der Provence. Hier muss man unweigerlich so oft wie möglich stehenbleiben um die Aussicht und die einzigartige Kulisse zu genießen.
Unsere Route endet im verschlafenen Örtchen Guillaumes und führt dann wieder zurück nach Entrevaux. Hier haben wir dann die Pass-Straße D911 genommen, die uns in den Regionalpark Préalpes d’Azur geführt hat. Da fühlt man sich wie irgendwo im Nirgendwo gestrandet. Wir treffen kaum auf Fahrzeuge und es ist ein nur sehr dünn besiedeltes Gebiet. Hier gibt es auch nur sehr schlechten Handy-Empfang. Solltet ihr da eine Autopanne haben, dann schaut die Sache wohl eher nicht so rosig für schnelle Hilfe aus. Dafür gibt es aber jede Menge Gestein und Grün zu sehen. Hier seid ihr nicht nur fernab von Stress und Hektik, sondern auch von jeglicher Zivilisation. Unsere Tagestour endete dann in Grasse, der Welthauptstadt des Parfüms die seit dem gleichnamigen Roman von Patrick Süskind weltweite Bekanntheit erreicht hat.
Video zur Route Gorges de Daluis
Infos zu den einzelnen Stationen
Guillaumes
In diesem Ort haben wir einen Stopp für ein köstliches Mittagessen eingelegt. Der Ort ist etwas langgezogen und die Gegend hier ist sehr ländlich und urig, ein Kontrast zur Küstenregion. Das Dorf hat einen sehr morbiden Charme und die Uhren ticken auffällig anders. Die Einheimischen sprechen kaum Englisch, ohne vorhandene Französischkenntnisse wir die Kommunikation echt zum Abenteuer. In den Restaurants gibt es bodenständige Gerichte zu moderaten Preisen. Es kehren sehr viele Motorradfahrer und Radfahrer ein, die auf der Durchreise sind.
Entrevaux
Dieses mittelalterliche Städtchen solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Sie liegt direkt am Fluss Var und über eine Zugbrücke gelangt man in das Zentrum des Ortes mit malerischen Gassen und netten Häusern. Innerhalb der Festungsmauern steht auch eine gotische Kathedrale mit sehr schönen Verzierungen aus der Barockzeit.
Hoch über den Dächern des Dorfes ist die Zitadelle zu sehen, die im Jahr 1690 errichtet wurde. Sie ist nur über einen befestigten Weg zu erreichen, der sich zickzackförmig vom Dorf aus den Hügel hinaufwindet. Wir haben aber in der Sommerhitze darauf verzichtet, diesen steilen Weg auf uns zu nehmen. Besonders im August soll es in Entrevaux hoch hergehen, wenn der Ort Schauplatz von mittelalterlichen Festen wird. Eine besondere Köstlichkeit soll es hier zu kaufen geben: Secca – getrocknetes Rindfleisch.
Parc Naturel Regional des Préalpes d’Azur
Wie bereits erwähnt, ist das ein Ziel für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Die Hauptbeschäftigungen hier sind Camping und Wandern. Zwischen hohen Bergen von bis zu 3.000 m und der Mittelmeerküste beherbergt dieses Wasserreservoir der Côte d’Azur mehr als 2.000 Pflanzenarten und ein Drittel aller Pflanzen in Frankreich. Aber es gibt auch ein großes unterirdisches Netz von fast 2.000 Höhlen und rund 140 Kilometern von für Menschen zugänglichen Tunneln. Das Gebiet wird durch Hochebenen, Wäldern, Schluchten, Rastplätzen (Hangterrassen mit Weinanbau) und malerischen Dörfern charakterisiert.
Grasse
Die 51000-Seelen-Stadt ist bis heute das Zentrum der Parfumindustrie. Die Gegend rund um Grasse ist mit einem Mikroklima gesegnet, das ideal für den Anbau von Blumen, Kräutern und Lavendelfelder ist. Die schönen Gassen der Altstadt sind in warme Farbtöne getaucht. Neben einem Parfummuseum können auch die großen Parfumerien von Fragonard, Galimard und Molinard besucht werden. Neben Gratisführungen werden auch Workshops angeboten, wo ihr euren eigenen Duft kreieren könnt. Die Zusammensetzung wird für Nachbestellungen sogar gespeichtert, damit ihr euch euren Duft auch heimschicken lassen könnt. Natürlich haben alle großen Parfumerien auch ihre Stores in Grasse, wo es eine große Auswahl an jeglichen Produkten der Marken gibt. Die schönsten Souvenirs aus Südfrankreich bekommt ihr in Grasse, und das solltet ihr auch unbedingt ins Reisebudget einplanen.
6 Kommentare
Hallo Anita,wir fahren dieses Jahr die Reise nach. Mit dem Cabrio von Heidelberg nach Nizza dort bleiben wir drei Tage. Danach fahren wir über Sanremo nach Alssendria dort bleiben wir sieben Tage und erkunden von da aus die Italienische Riviera. Wir wurden von deinem tollen Beitrag so sehr inspiriert das wir die Reise unbedingt machen müssen. Liebe Grüßen Vroni und Michael
23. Februar 2020 at 20:52Liebe Vroni, lieber Michael!
26. Februar 2020 at 21:15Vielen Dank für das liebe Feedback. Ich freue mich sehr darüber, dass mein Beitrag so eine Inspiration für euch war. Aus diesem Grund teile ich gerne meine Reiseerlebnisse hier auf meinem Blog.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Road Trip! GLG aus Kärnten.
Liebe Anita,
wie immer sehr schöne Fotos, deine Reisestopps sind aber auch fotogen. Nur zu dumm, dass es mich nach Frankreich so gar nicht zieht. Obwohl deine Fotos machen schon sehr viel Lust drauf. Na, ich überleg’s mir noch mal ;-).
LG Daniela
15. April 2018 at 20:07Liebe Anita,
9. April 2018 at 17:44oh schön, ich kann es kaum noch erwarten, bis wir im August selbst nach Frankreich fahren. Deine Bilder sind wie immer schön und wecken meine Vorfreude und bei der Pizza läuft mir doch glatt das Wasser im Mund zusammen. 🙂
LG
Charnette
Wow, das sieht so urig und so gemütlich aus dort.
Ich liebe es, wenn die kleinen Häuser so leicht verschlissene Fassaden aufweisen und dazu dann die kleinen, süßen Gassen.
Das wäre genau ein Reiseziel für mich! Auch wenn ich eher fahren lassen als selbst fahren würde.
Danke für diesen wundervollen Einblick!
Liebe Grüße 🙂
9. April 2018 at 13:57Michelle | The Road Most Traveled
Liebe Anita, jetzt habe ich gerade eine Zeitreise gemacht. Wir haben, als die Kinder noch klein waren, über viele Jahre den Juli in einem großen Ferienhaus in Ste. Maxime verbracht, darum kenne ich auch das Hinterland sehr gut. Wunderschöne Fotos, die Lust auf Côte d’Azur machen. Liebste Grüße aus Salzburg, Claudia
9. April 2018 at 11:14