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berühmte Fotospots auf der Welt – und die Wahrheit dahinter

Das Bildernetzwerk Instagram hat nicht nur unser Social Media-Verhalten verändert, es nimmt auch Einfluss auf unser Reiseverhalten, davon bin ich überzeugt. Viele Orte auf dieser Welt erleben durch Instagram einen regelrechten Hype. Ich selbst habe durch Instagram viele Orte auf dieser Welt gesehen oder auch schon bereist, die vorher gar nicht auf meiner “Bucket List” standen. Allerdings setzten viele Fotografen und Influencer diese Foto-Hotspots sehr gekonnt in Szene. Oft nur mit Hilfe des richtigen Bildausschnitts werden menschenleere, einsame Landschaften, Straßen oder Plätze gezeigt. Die Wirklichkeit dahinter schaut meistens ganz anders aus. Biggi und Flo, die Blogger hinter dem Reise-, Abenteuer- und Fotoblog Phototravellers hatten die Idee zu einer Blogparade zu diesem äußerst interessanten Thema. Deshalb teile ich in diesem Beitrag meine Eindrücke von berühmten Orten auf dieser Welt, die meistens nicht zeigen, wie die Realität dazu aussieht.pragser-wildsee-fotografieren

Cinqueterre

In der Schule im Italienischunterricht habe ich in den 1990er Jahren schon gelernt, dass dies ein besonders schönes Fleckchen Erde sein soll. Aber erst unzählige Blogbeiträge von Reiseblogger-KollegInnen und auch Fotos auf Instagram haben mir diesen Küstenabschnitt in Ligurien erst schmackhaft gemacht. Die Cinqueterre werden auch bei Kreuzfahrten als Ausflugsziel angeboten und das macht sie zu einem beliebten Ziel für Tagesgäste. Die fünf Dörfer gehören zu einem Nationalpark, weshalb hier vorwiegend Züge verkehren und Autos nur bedingt erlaubt sind. Diese sind schon morgens sehr voll und spucken tagsüber laufend Touristen aus. Erst am Abend, wenn die meisten Tagesgäste wieder abgereist sind, wird es gemütlich in den Gassen und Trattorien in den Cinqueterre. Meine Fotos von Manarola zeigen den Unterschied, welchen Einfluss der richtige Bildausschnitt und einige Minuten Zeitverzögerung auf dem Foto bewirken können. riomaggiore-cinqueterre-fotospot

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Bildausschnitt Manarola

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Manarola mit Menschenkarawanen

Pragser Wildsee

Ich bin mir sicher, dass dieser Bergsee in Südtirol hauptsächlich durch Instagram seine Bekanntheit erlangte. Der Lago di Braies (it. Bezeichnung) wird oft schon scherzhaft Lago di Insta genannt. Und hier steht das wohl bekannteste Bootshaus Europas. Dass es nur wenige Gehminuten von den 5 (!) gebührenpflichtigen Parkplätzen entfernt ist, erleichtert auch das Fotografieren für viele Influencer. Die Fotos von den hölzernen Ruderbooten am Bootshaus am See mit der Bergkulisse dahinter sind weltberühmt. In den Sommermonaten ist es eine Illusion, hier einsam und alleine am See zu stehen, die Natur zu genießen und vielleicht das eine oder andere Foto zu machen. Schon um 7.oo Uhr morgens klicken die Auslöser und auch abends ist es immer noch ein beliebter Fotospot, wenn der See ganz ruhig wird und die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Der Besucheransturm hinterlässt allerdings schon Spuren. Im Sommer 2018 wurden erstmals Zugangsbeschränkungen von der Südtiroler Regierung festgelegt. Zwischen 10.00 und 14.30 Uhr dürfen von Juli bis September keine Autos mehr zufahren. Meine Freundin und ich haben den See umrundet, was ca. 1 Stunde dauert. Dabei haben wir festgestellt, das sich die schönsten Fotospots in der Nordbucht des Sees, in der Nähe des Bootshauses befinden. Wer hier schöne Landschaftsfotos schießen möchte, braucht aber meistens etwas Geduld.pragser-wildsee-spiegelung holzboote-pragser-wildsee

Nur wenige Schritte voneinander entfernt liegen das erste und das zweite Foto vom Pragser Wildsee. Die hölzernen Ruderboote sind der Eye-Catcher für Fotos vom See. Wenn du den See in seiner Pracht und ohne Menschen festhalten möchtest, dann musst du das allerdings etwas abseits vom Bootshaus machen. sprung-prags pragser-Wildsee-fotomotiv

Für mein Sprungfoto habe ich mehrere Anläufe gebraucht. Leider sind mir beim ersten Mal ständig Menschen in den Hintergrund gelaufen. Beim Foto unten siehst du zwei mal das selbe Foto. Einmal im Original und einmal als Bildausschnitt. Auf dem Bootshaus ist es so voll, dass ich Platzangst bekam und regelrecht nervös wurde. Das Mädchen am Steg hat mir aber so gut gefallen, dass ich davon einen Bildauschnitt gewählt habe. bootshaus-pragser-wildseeprags

Athen

Die griechische Hauptstadt beheimatet eines der berühmtesten Wahrzeichen der Antike: die Akropolis. Im Vorfeld unserer Städtereise nach Athen im Sommer 2018 habe ich gelesen, dass man für schöne Fotoaufnahmen am besten am späten Nachmittag auf den Akropolishügel gehen sollte. Da sei nicht nur das Licht am besten, sondern es wäre dann auch nicht mehr so viel los. Ich war dann allerdings schon sehr überrascht, wie viele Menschen sich dort dann trotzdem noch tummelten. Ein Bild ohne Fotocrasher aufzunehmen erwies sich auch auf der Akropolis wieder als echte Herausforderung.akropolishügel-athensonnenuntergang-akropolishügelakropolis-athen-fotografieren sonne-akropolis-athen

Wirklich schockiert war ich dann bei der Wachablöse vor dem Parlamentsgebäude am Syntagma Platz. Diese findet immer samstags um 11. Uhr statt. Unzählige Menschen wollen dann die Evzonen sehen. Diese Elite-Soldaten in ihren eigenwilligen Trachtengenannt bewachen das Grab des unbekannten Soldaten. Für jemanden wie mich mit einer Größe von 1,62 m ist es echt eine Challenge hier ein Foto zu schießen. synthagma-platz evzonen-athen-fotografieren parlament-athen synthagma-platz-samstags evzonen-foto-wachablöse

Seceda – Fotospot in Südtirol

Eine Wanderung in spektakulärer Kulisse deren Abschluss ein traumhafter Ausblick auf die Südtiroler Bergwelt sein sollte. Damit wollten meine Freundin und ich unseren Kurz-Trip in die Dolomiten krönen. Wir sind also mit der Col-Raiser Bergbahn aufgefahren, um dann noch eine Wanderung von der Bergstation auf die Pana-Scharte zu machen. Im letzten Stück dieser Tour sind uns immer mehr Menschen bergabwärts entgegengekommen, teilweise mit Halbschuhen, Handtaschen und ohne Wanderausrüstung. Wir waren schon sehr darüber verwundert, bis wir festgestellt haben, dass eine große Standseilbahn von der anderen Seite des Plateaus auf 2.500 m Seehöhe direkt auf die Seceda hinaufführt. Diese erleichtert es jenen ungemein, die sich mal schnell für einen Schnappschuss vor den Gipfel stellen möchten um dann wieder zum nächsten Fotospot weiterzuziehen. Das Foto zeigt mich stolz und von der Wanderung etwas gezeichnet mitten in der einsamen Bergwelt. Hinter meiner Fotografin liegt die Bergstation der Standseilbahn, die im Halbstundentakt Touristen auf den Gipfel befördert. seceda-fotografieren-südtirol seceda-viele-leute

Venedig

Eine der berühmtesten und romantischsten Städte der Welt zieht jährlich angeblich über 20 Mio. Touristen an. Wenn du Fotos vom Markusplatz oder der Rialto-Brücke ohne Menschenmassen machen willst, dann musst du diese im Morgengrauen oder im Winter machen. In den Sommermonaten ist Venedig so voll mit Menschen, dass an diesen Hotspots nicht einmal mehr Fotoausschnitte etwas wegschummeln können. Dabei ist es aber auch im Sommer möglich, ein Venedig ohne Touristenmassen für das private Fotoalbum festzuhalten. Wenn du dich abseits von San Marco ein wenig in den Gassen treiben lässt, wirst du ein ganz anderes Venedig finden. venedig-gondolieri venedig-abseits-markusplatz gondolieri-venedig rialto-venedig san-marco-venezia

Das Thema interessiert dich und du möchtest noch weitere Beiträge dazu lesen? Dann habe ich folgende Linktipps für dich:

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6 Kommentare

  • Antworten Tanja

    Liebe Anita, die Idee ist wirklich sehr cool. Ich stand auch schon an einigen deiner gezeigten Fotospots… und kenne die Realität. Ich muß glatt mal überlegen, wo das evtl. noch so aussieht. Vielleicht kann ich ja auch noch was zu dieser witzigen Aktion beitragen. Mal sehen…
    Liebe Grüße
    Tanja

    18. September 2018 at 16:07
  • Antworten Alexandra Sefrin

    Liebe Anita,

    gerade Athen kann ich gut nachvollziehen! Wir waren im Mai auch dort und waren beeindruckt, viele Menschen sich da an einem ganz normalen Wochentag tummeln. Es hielt aber in Grenzen, wenn man antizyklisch bei den Sehenswürdigkeiten vorbeischaut oder die Haupttouri-Routen einfach hinter sich lässt.

    Als Reiseblogger ist man echt immer in einem Dilemma. Teilt man seine Eindrücke mit der Welt, wird der Ort bekannter und andere Menschen wollen ihn auch sehen. Ein Teufelskreis, der durch unsere modernen Medien noch verschärft wird.

    Liebe Grüße

    Alex

    18. September 2018 at 7:31
    • Antworten Anita

      Liebe Alex, da hast du aber recht – als Reiseblogger sind wir echt immer in einem Dilemma. Und in welche Richtung sich das noch entwickeln wird mit den ganzen Fotohunters und Instagram Hotspots weltweit, das kann man wohl kaum abschätzen im Moment. LG Anita

      18. September 2018 at 14:18
  • Antworten Michaela

    Hallo Anita,

    sehr schöner Beitrag. Tatsächlich war ich noch an keinem der Orte *schäm*. Aber ich spiele gerade mit dem Gedanken einen Flug nach Athen für November zu buchen, da ich gerne am Athen-Marathon mitmachen würde 😉

    Liebe Grüße,
    Michaela

    17. September 2018 at 17:55
    • Antworten Anita

      Hallo Michi,
      Athen ist wirklich eine tolle Stadt. Solltest du am Marathon teilnehmen, dann plane unbedingt auch noch 1 – 2 Sightseeing-Tage ein. LG Anita

      18. September 2018 at 14:14
  • Antworten Florian

    Hi Anita,

    ein paar sehr coole Beispiele hast du da ja 🙂 Die Seceda haben wir bei weniger gutem Wetter sogar relativ für uns alleine gehabt.

    Liebe Grüße
    Flo von den Phototravellers

    29. August 2018 at 14:55
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