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Sevilla-Spanien-Kurztrip

Andalusischer Städtezauber

Andalusien

Endlich ist es wieder so weit: unser gemeinsamer Sommerurlaub steht bevor. Heuer bleiben wir auf dem europäischen Festland und erkunden Andalusien, den südlichsten Zipfel Spaniens. Wir besuchen die Städte Sevilla und Córdoba und verbringen einige Tage an der Costa de la Luz.

Pulsierende Städte, malerische weiße Dörfer, endlose Olivenhaine und Sonnenblumenfelder soweit das Auge reicht. Andalusien, die Heimat von Flamenco, Sherry und Tapas präsentiert sich als Schmelztiegel arabisch-christlicher Kulturen und glänzt mit mitreißender Lebenslust. Und überall sind die goldenen Zeiten, als Spanien nach der Entdeckung Amerikas ein Weltreich wurde noch deutlich zu spüren. Vor allem Sevilla profilierte sich bis zum 16. Jahrhundert im Bereich der Architektur, Malerei und Literatur. Jahrhunderte lang stand dieses Gebiet Südspaniens unter maurischer Herrschaft bevor es zur christlichen Rückeroberung kam. In ganz Andalusien entstanden besonders in den Städten Bauwerke im Mudéjarstil, einer Mischung aus arabischen und christlichen Elementen. Wir begeben uns auf die Spuren der Mauren und besuchen im Juni 2015 Sevilla und Córdoba.

 Patio in Cordoba

Sevilla

Unser Flug mit der IBERIA geht von Venedig via Madrid nach Sevilla. Die Heimat von Don Juan und dem Maler Velázquez, ist die Hauptstadt des Flamencos und neben Madrid Spaniens Hauptstadt des Stierkampfs. Sevilla liegt am Rio Guadalquivir und galt nach der Entdeckung Amerikas gemeinsam mit Cadiz als Hauptumschlagplatz für die kostbaren mit Gold und Silber gefüllten Gallonen, welche die Seefahrer aus ihren Überfahrten mitbrachten. Die prunkvollen Zeiten Sevillas endeten jedoch im 17. Jahrundert, nachdem das Flussbett des Guadalquivir versandete und Cadiz das alleinige Handelsmonopol für die Waren aus den Kolonien bekam.

Wir holen unseren schnuckeligen Mietwagen (einen Fiat 500) am Flughafen ab und brechen im Hauptabendverkehr in Richtung Zentrum auf. Für die 17 km zu unserem Hotel benötigen wir fast 40 Minuten bei Stopp-and-Go-Verkehr in der brütenden Abendhitze.

Untergebracht sind wir für eine Nacht im Designhotel 5* Gran Meliá Colón im Zentrum von Sevilla, das nur 10 Gehminuten von der Giralda (Glockenturm) und von der Kathedrale von Sevilla entfernt liegt. Nach dem Check-In stürzen wir uns noch in Sevillas Nachtleben.

Hotel Melia Sevilla

Unser Hotel, das Gran Melìa Colon

Die Stadt präsentiert sich als lebensfrohe Schönheit mit urigen Tapas-Bars, lässigen Bodegas und wunderschönen Gebäuden zwischen weitläufigen Plätzen und engen Gassen. Das Leben pulsiert in der Altstadt: am Abend trifft sich alles auf einen Drink, zum Essen und zum Plaudern. An den Bars im Freien herrscht Gedränge, in und um die Restaurants geschäftiges Treiben. Hier fühlt man sich als Besucher der Stadt unter allen Einheimischen jedoch pudelwohl und lässt sich gerne von der Fröhlichkeit der Spanier anstecken.

Sevilla Barrio Santa Cruz

Sevilla Nightlife… vor allem in Santa Cruz gibt es viele Lokale und Bars

Wir schlagen uns den Bauch mit Tapas im mittelalterlichen Viertel Barrio de Santa Cruz voll und trinken dazu Cañas (kleine Bier zu 0,2 l), wie die Andalusier ihr Lieblingsgetränk liebevoll bezeichnen. Santa Cruz ist das schönste Viertel Sevillas im Südosten der Stadt, das direkt an die Mauern der Palastanlage Real Alcazar angrenzt. Der Kern des malerischen, von Mauern umgebenen Viertels war einst das Judenviertel von Sevilla und ist gekennzeichnet durch schmale, enge Gassen in denen vorwiegend Bars und Restaurants zwischen einigen kleinen Läden zu finden sind.

In der Nacht ziehen wir mehrmals an der stimmungsvoll erleuchteten Catedral de Sevilla vorbei, der größten gotischen Kathedrale der Welt. Hier befindet sich eine imposante Grabstätte von Kolumbus , in der zumindest ein Teil seiner Gebeine begraben sein sollen. Das beeindruckende Bauwerk ist sogar in der Nacht ein wahrer Blickfang.

Giralda Sevilla

Sevilla bei Nacht

Metropol Parasol

Nach dem Frühstück checken wir aus, bleiben aber noch ein wenig in der Stadt, um die Hauptstadt Andalusiens noch etwas zu besichtigen. Wir gehen durch die mit Sonnensegeln überzogenen Gassen und sind in wenigen Minuten beim neuen Wahrzeichen von Sevilla, dem Metropol Parasol.

Metropol parasol

die imposante und weltberühmte Holzkonstruktion

Er hat eine Länge von 150 Metern, eine Breite von 70 Metern und eine Höhe von 26 Metern und gilt als die größte Holzkonstruktion der Welt. Unter dem Metropol Parasol befindet sich der Markt und einige Restaurants sowie ein archäologisches Museum, das Antiquarium, in dem sich Überreste aus römischer und maurischer Zeit befinden. Auf einer erhöhten Plaza besteht die Möglichkeit öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel zu veranstalten, bei unserem Besuch findet gerade ein Schachtournier für Kinder statt. Für den Bau nach den Entwürfen des deutschen Architekten Jürgen Mayer Hermann wurden 3.500 Kubikmeter beschichtetes Furnierschichtholz und 700 Tonnen Stahl verwendet. Es besteht aus 3.400 verschiedenen Bauteilen

Nach langem Suchen finden wir schließlich doch den Aufzug, der auf das Dach führt, die als Aussichtsplattform zugänglich ist und einen freien Blick auf die Stadt ermöglicht. Wir genießen den gigantischen Rundumblick und erspähen sofort wieder die imposante Kathedrale, aber auch den Real Alcazar (Königspalast) und den Plaza de España, der unser nächstes Ziel sein soll.

Stadtbild Sevilla

Streetlife Sevilla

Nachdem es bereits drückend heiß ist, erfrischen wir uns davor aber noch mit einer Caña in einer urigen Bar im Viertel Alfalfa, wo der Serrano Schinken von der Decke hängt und auch Tapas und Sherry angeboten werden.

Bar Sevilla

typische urige Bar

Wir schlendern vom Viertel Alfalfa in Richtung Kathedrale, wo unzählige Fiaker auf Kundschaften warten und kommen zum Real Alcazar, dem Königspalast, in dem König Felipe immer noch residiert wenn er in der Stadt ist.

Kathedrale Sevilla

viele Pferdekutschen auf dem Plaza del Triunfo vor der Kathedrale

Beim Real Alcazar gehen wir an der Palastmauer entlang zum Barrio Santa Cruz. Im Viertel Santa Cruz sind die Gassen und Straßen mit Orangenbäumen gesäumt, überall herrscht geschäftiges Treiben in der Mittagszeit, besonders rund um die charmanten Lokale.

Barrio Santa Cruz Sevilla

Das charmante Viertel Santa Cruz bei Tag

Plaza de España

Inmitten von Sevilla liegt der Plaza de España, einer der schönsten Plätze Spaniens. Er wurde anlässlich der Ibero-Amerikanischen Ausstellung 1929 gebaut und beeindruckt durch seine Weitläufigkeit und der Architektur aus roten Ziegelsteinen und bemalten Kacheln, auf denen historische Ereignisse und die einzelnen spanischen Provinzen dargestellt werden.

plaza espana sevilla

Die vielen Details sind das Besondere am Plaza de España

Nach dem Entwurf des Architekten Aníbal Gonzáles wurde der Plaza de España in einer Mischung aus Art Déco und Mudéjar-Stil erbaut. Heute gehört der Platz zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Sevillas und diente als Kulisse zahlreicher Filme, unter ihnen Star Wars und Lawrence von Arabien. Der Plaza de España lädt auch uns ein wenig zum Verweilen inmitten der geschäftigen Stadt ein und bietet viele tolle Fotomotive. Besonders schön finde ich die zahlreichen Brücken, ebenfalls dekoriert mit typischen Kacheln, die zum Springbrunnen im Zentrum führen.

Die Mittagssonne brennt mittlerweile erbarmungslos vom Himmel und das Thermometer zeigt inzwischen 38°C an. Daher beschließen wir, die Palastanlage des Real Alcazar nicht mehr zu besuchen, sondern stattdessen unser Gepäck und das Auto beim Hotel zu holen und im klimatisierten Auto nach Córdoba aufzubrechen.

Die Fahrt von Sevilla nach Córdoba über die Autobahn A-4 führt durch endlos weite Kornfelder, Sonnenblumenfelder und Olivenhainen.

Unsere ca. 2-stündige Fahrt in die nördlichste Stadt Andalusiens fällt genau in die Zeit, in der ganz Südspanien Siesta gemacht wird. Wir merken das auch daran, dass relativ wenig Verkehr herrscht und sogar Autobahnraststätten die Rollläden in dieser Zeit dicht machen. Zum Glück erwischen wir eine Raststätte, in der wir uns bei einem Zwischenstopp ein wenig stärken können.

Córdoba

Die Fahrt in das Zentrum von Córdoba gestaltet sich  weit unproblematischer als jene nach Sevilla, besonders hilfreich ist mir als Beifahrer auch immer meine APP von meinem  Andalusien-Reiseführer von 100% Travel, der über eine Karte mit einer Offline-Ortungsfunktion verfügt. So kann ich immer nachvollziehen, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden oder nicht.

Júderia (jüdisches Viertel)

Córdoba ist eine sehr alte Stadt, in deren Geschichte Römer, Araber, Juden und Christen ihre Spuren hinterlassen haben. In beispielhafter Toleranz sollen  hier bereits vor rund 1.000 Jahren unterschiedliche Kulturen friedlich miteinander gelebt haben.

Viele Juden wurden aus anderen Gegenden Spaniens vertrieben und zogen in das tolerante Córdoba, wo sie sich rund um die Mezquita (Moschee) niederließen.  Die tolerante Zeit in Andalusien endete aber jäh mit der Übernahme der Herrschaft durch die christlichen Könige Spaniens und führte 1492 zu einer endgültigen Vertreibung der Juden.

Heute ist die Altstadt UNESCO Weltkulturerbe. Die Juderia besteht aus vielen kleinen Gässchen die rund um die Mezquita angeordnet sind, der wichtigsten Sehenswürdigkeit in Córdoba. Die weiß gekalkten Häuser und nach Blumen duftenden Innenhöfe sind das Markenzeichen der Altstadt. Córdoba gilt in ganz Spanien als die Stadt mit den schönsten Innenhöfen (Patios) des Landes.

Juderia Cordoba Andalusien

Patio Zoco Artesanos, Calle Averroes

Anfang Mai findet jährlich sogar ein eigenes Festival statt, in der die schönsten Patios prämiert werden. Dieses Festival soll ein besonders Erlebnis sein und lockt viele Besucher an. Aber vor allem die Júderia und die Moschee sind Besuchermagneten weshalb jährlich hundertausende Touristen Córdoba besuchen, viele davon planen aber nur einen Tagesausflug im Zuge einer Rundreise ein.

Da unsere Reise nach Córdoba an die Costa de la Luz weitergeht, haben wir jedoch von vornherein eine Nacht  in der Stadt eingeplant und wir sind im Nachhinein sehr froh darüber. Die Stadt ist bezaubernd und besonders am Abend ist das Flair sehr schön.

Wir sind heute im NH Collection Amistad Hotel inmitten der Judería, untergebracht. Unser Hotel liegt direkt an der historischen Stadtmauer, neben der letzten mittelalterlichen Synagoge in Andalusien. Das NH Hotel befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und verfügt über einen Innenhof (Patio) im Mudéjarstil. Es gehört zu den schönsten Hotels in Córdoba und ist durch seine Einzigartigkeit aufgrund der Lage und des Baustils und auch hinsichtlich der Freundlichkeit des Personals das beste Hotel unserer Reise. Wir sind wirklich begeistert, dieses Haus war für uns Liebe auf den ersten Blick.

NH Amistad Hotel Cordoba

Auf Empfehlungen anderer Reisenden auf Tripadvisor haben wir keine Zeit mit der Suche nach dem Weg durch die schmalen, engen Gassen hin zum Hotel verschwendet, sondern gleich im Parkhaus Mezquita geparkt, das auch nur 5 Gehminuten vom Hotel entfernt liegt.

NH Hotel Amistad Cordoba

Das NH Hotel mit wunderschönem Patio und Innenhofpool

Hier möchte ich auch anmerken, dass das Parken in den Städten und vor allem in den Hotels sehr, sehr teuer ist und auch überall extra in Rechnung gestellt wird. So haben wir in Sevilla für 1 Nacht € 35 bezahlt, im Hotel in Córdoba hätte es € 25,00 gekostet. Im Parkhaus zahlen wir stattdessen € 12,50 und kommen so auch noch „relativ“ günstig davon.

Nach dem Check-In am späten Nachmittag machen wir uns kurz frisch und wollen dann natürlich noch die Altstadt von Córdoba erkunden. Die aufmerksame Mitarbeiterin an der Rezeption hat uns gleich einen Stadtplan überreicht und uns mit den wichtigsten Informationen über die Stadt und die aktuellen Veranstaltungen informiert. Heute findet auch zufällig die „weiße Nacht des Flamencos“ in der Stadt statt, bei der es zahlreiche kostenlose Veranstaltungen in der ganzen Nacht geben soll.

Voller Begeisterung über die Schönheit der Judería ziehen wir durch die engen Gassen und ich würde am liebsten ununterbrochen Fotos schießen. Dieser Ort ist wirklich bezaubernd. Wie in den Reiseführern beschrieben finden wir weiß getünchte Häuser vor, oft mit Blumen geschmückt oder dazwischen mit wunderschönen Patios, die Orte der Ruhe und Besinnung sind. In der Judería befinden sich auch zahlreiche kleine Läden zwischen vielen Tapasbars und Bodegas. Wir verlassen die Judería und gehen die alte Stadtmauer hinter unserem Hotel entlang. Hier sieht man sofort den Kontrast zwischen der Altstadt und dem modernen, urbanen Córdoba, was ich sehr spannend finde.

jüdisches Viertel Cordoba

in den Gassen der Júderia

Puente Romano

Wir spazieren am  Alcázar de los Reyes Cristianos (Palast der Christlichen Könige) vorbei zur Puente Romano, der Römischen Brücke. Diese römische Brücke dient als reine Fußgängerbrücke und ist sozusagen die Flaniermeile der Stadt. Sie führt über den Rio Guadalquivir und ist mehr als 2.000 Jahre alt. Die Sonne geht gerade unter und taucht die Stadt in ein wunderschönes, warmes Licht. Für mich ist dies wieder der ideale Zeitpunkt zum Fotografieren und um einen romantischen Sonnenuntergang zu genießen.

puente romano Cordoba

Das alte Stadttor und die Puente Romano

Für das Abendessen entscheiden wir uns wieder für den Genuss von Tapas und so besuchen wir die Mezquita Bodega, an der wir zuvor bei unserem Bummel durch die Judería bereits vorbeigeschlendert sind. Dieses Lokal ist sehr stylisch und liegt nur wenige Schritte von der Mezquita entfernt. Die Bodega ist sehr voll, zum Glück ergattern wir noch einen Tisch. Nachdem wir uns nach ausgiebigen Studieren der Karte nicht zwischen dem großen Angebot an Tapas und Weinen entscheiden können, lassen wir uns auf das Tapas-Überraschungsmenü ein, in der Hoffnung nicht in eine Touristenfalle zu tappen. Wir bekommen aber ganz im Gegenteil einen ausgesprochen guten Hauswein und tolle Tapas serviert.

tapas essen in Cordoba

Tapas, Tapas, Tapas….

Anders als in vielen europäischen Touristenhochburgen (wie es z.B. in Venedig der Fall ist oder es mir in Bratislava passiert ist) verehren die Spanier gutes Essen und es würde ihren Stolz verletzen, schlechtes Essen zu servieren. So sind wir auch jedes Mal davor gefeit, überteuertes, ungenießbares oder minderwertiges Essen zu bekommen. Ein Hoch auf die Mentalität der Spanier!

Wir lassen den Abend gemütlich in der Altstadt ausklingen. Von der weißen Nacht des Flamencos bekommen wir leider bedingt durch Sightseeing-Müdigkeit nicht mehr allzu viel mit, da die Hauptveranstaltungen erst gegen 1.00 Uhr beginnen und bis 5.00 Uhr dauern. Die Spanier haben wirklich einen anderen Lebensrhythmus…

Am nächsten Morgen genießen wir ein ausgezeichnetes Frühstück in unserem Hotel, bevor wir wieder losziehen um die Stadt weiter zu erkunden. Die vielfach beschriebene und angepriesene wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt wartet darauf, von uns besichtigt zu werden: die Mezquita!

Mezquita Córdoba

Im Reiseführer ist zu lesen, dass die Mezquita zu den beeindruckendsten Bauwerken der Welt zählt, da es weltweit einzigartig ist, dass eine Kathedrale nachträglich in eine bestehende Moschee hineingebaut wurde. Das mag jetzt zwar etwas verwirrend klingen, jedoch raubt es uns und anderen Besuchern wahrhaftig den Atem, sobald wir dieses imposante Gebäude, das über 24.000 Quadratmeter misst betreten. Córdoba war einst die Hauptstadt des maurischen Reiches al-Andalus und eine der wichtigsten Städte des Nahen Ostens. Um die Bedeutung der Stadt zu unterstreichen wurde die Moschee als riesige Tempelanlage erbaut.

orangengarten mezquita cordoba

Der Orangengarten der Mezquita

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Moschee 3-mal erweitert und nach der Rückeroberung des Landes durch die Christen wurde die Kathedrale integriert und die Moschee zum Glück nicht zerstört. Somit enthält die Mezquita unzählige islamistische Elemente, arabische Inschriften und auch christliche Elemente, vorwiegend aus der Renaissance und in verschwenderischem Barock-Stil. Diese vielen Kontraste verleihen der Mezquita einen einzigartigen Charakter und versetzten auch uns wirklich ins Staunen. Zu der Anlage gehört auch noch ein wunderschöner Orangengarten, der, wie in der weißen Nacht des Flamencos, auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Mezquita Cordoba

die ganzen Dimensionen der Mezquita sind schwer auf Fotos einzufangen

Nachdem wir es in Sevilla aus zeitlichen Gründen nicht geschafft haben den Palast zu besuchen, möchten wir dies zumindest in Córdoba nicht auslassen.

Am Vormittag tummeln sich hier zwar schon einige Touristengruppen, der große Ansturm der Tagesgäste soll jedoch erst etwas später kommen und so nutzen wir die Gunst der Stunde und erkunden den

Alcázar de los Reyes Christianos (Palast der Christlichen Könige)

In dieser Palastanlage residierten die katholischen Könige Ferdinand und Isabella von Spanien in Zeiten der Reconquista bevor sie nach Granada gingen. Im Palast von Córdoba fand angeblich das Treffen der beiden mit Kolumbus statt, bei dem er Ihnen von seinem Vorhaben berichtete, einen Seeweg nach Indien finden zu wollen. Diese Entdeckungsfahrt führte ja dann in weiterer Folge bekanntlich zur Entdeckung Amerikas. Nach der Inquisition wurde der Palast jedoch nicht mehr als solcher Genutzt und diente bis in die 1950er Jahre als Militär- und Zivilgefängnis, bevor er von der Stadt zum historischen Denkmal erklärt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Real Alcazar Cordoba

Palastanlage der Christlichen Könige

Es ist interessant, durch diese alten Gemäuer zu schreiten mit dem Wissen im Hintergrund, dass hier Geschichte geschrieben wurde. Das Schönste an der Palastanlage ist der Ausblick vom Turm auf die Stadt, insbesondere auf die Mezquita und die Gärten des Palastes. Diese sind sehr schön mit Orangenbäumen, Teichen, arabischen Bädern und Blumen angelegt und laden auch zum Verweilen und Entspannen ein.

Gegen Mittag verabschieden wir uns vom wunderschönen Córdoba, das ich wirklich ins Herz geschlossen habe. Uns steht eine 5-stündige Autofahrt an die Costa de la Luz bevor, wo wir noch ein paar Urlaubstage am Meer verbringen möchten.

Fazit

Sowohl Sevilla als auch Córdoba eignen sich hervorragend für einen Städtetrip der etwas anderen Art. Beide Städte bieten eine Kombination aus wunderschönen, historischen Altstadtvierteln und interessanten Sehenswürdigkeiten. Auch jemand, der nicht sehr kunst- und kulturinteressiert ist, wird von den Palästen, Plätzen oder von der Mezquita beeindruckt sein. Beide Orte bieten dem typischen Sightseeingtouristen viele Erkundungstouren aber auch Shoppingliebhaber kommen auf ihre Kosten genauso wie die Nachtschwärmer – Bars und Restaurants gibt es zur genüge und die Stimmung ist überall ausgelassen und fröhlich.

Sevilla und Córdoba bieten wunderschöne, stilvolle Unterkünfte zu moderaten Preisen – aber auch für Backpacker oder Low-Budget-Reisende ist etwas Passendes zu finden. Das Preisniveau für Speisen und Getränke ist weitaus günstiger als im zentraleuropäischen Raum, vor allem weil es die Möglichkeit gibt sich an den vielen günstigen Tapas-Variationen sattzuessen. Bier ist geradezu überraschend billig, Weine sind ausgezeichnet und die Preise dafür auch sehr moderat.

Wer es liebt, durch enge Altstadtgassen zu schlendern um dabei bis spätabends die wohlige mediterrane Luft auf der Haut zu spüren, in kleinen Läden zu stöbern oder in urigen Bars einzukehren, der ist in Sevilla und Córdoba genau richtig und wird viele positive Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

 

Du willst noch mehr über Andalusien lesen? Dann darfst diesem Beitrag von mir nicht verpassen: 10 Gründe, um nach Andalusien zu reisen

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20 Kommentare

  • Antworten Jessica

    Wow, vom Metropol Parasol habe ich ja noch nie gehört. Absolut beeindruckend und wahrscheinlich der richtige Fotospot für den Göttergatten. Ich würde ihn dann einfach von der Leine lassen und deinen Tapas Tipps mal genauer auf den Grund gehen. 😉

    24. April 2017 at 21:57
    • Antworten Anita

      Hallo liebe Jessi! Da hast du großes Glück, gleich rund um den Metropol Parasol gibt es viele tolle und vor allem urige Bars 😉 LG, Anita

      27. April 2017 at 20:16
  • Antworten Mario

    Sehr malerisch enge Altstadtgassen und wunderschöne Fotos von Sevilla und Cordoba. Das Ganze kombiniert mit einem schönen Aktivurlaub an der Küste, könnte ich mir gefallen lassen… 😀

    Gruss Mario

    13. April 2017 at 16:23
    • Antworten Anita

      Danke für deine lieben Worte, Mario! Ich bin mir sicher, dass es dir in Südspanien auch gut gefallen würde 🙂 Und die Berge sind dort auch nicht weit weg 😉 LG, Anita

      18. April 2017 at 6:16
  • Antworten Kuno

    Hi, das hört sich alles super schön an! Besonders das Judenviertel und der Plaza de Espana würden mich sehr interessieren. Die Architektur und der Dekor sehen so detailreich aus! Und bei Tapas und Bier wäre ich natürlich auch dabei 😉 Liebe Grüße, Kuno

    11. April 2017 at 22:02
    • Antworten Anita

      Hallo Kuno, besonders für Architektur-begeisterte lohnt sich ein Abstecher nach Andalusien auf alle Fälle! LG, Anita

      13. April 2017 at 8:00
  • Antworten Steffi

    Hallo Anita,

    Dein Artikel weckt Erinnerungen…
    Ich war vor ein paar Jahren in Sevilla und Cordoba und auch total begeistert.
    Beide Städte lohnen unbedingt einen Besuch.

    Sevilla würde ich allerdings nicht nochmal im Hochsommer machen. Es war schrecklich heiß und ich bin damals nur von Schattenplatz zu Schattenplatz gegangen 🙂

    Viele Grüße
    Steffi

    11. April 2017 at 20:16
    • Antworten Anita

      Hallo Steffi, ja wir hatten in Sevilla auch so um die 40 °C im Juni. Das muss man mögen 😉 Schön, dass dir diese Städte auch so gut gefallen haben wie mir! LG, Anita

      13. April 2017 at 7:59
  • Antworten Eddy Harteneck

    Hallo Anita, in Cordoba war ich noch nicht, Dein Artikel mach Lust darauf, sofort in den Flieger zu steigen… Sevilla kenne ich ganz gut und kann Deinen Eindruck nur bestätigen. Ist eine Wahnsinnststadt für einen Kurz- oder besser noch – Langtrip… von den Tapas dort konnte ich nicht genug bekommen…LG, Eddy

    11. April 2017 at 13:14
    • Antworten Anita

      Hallo Eddy, ja – gerade Cordoba ist noch ein richtig unbekanntes Juwel. Ich war fasziniert von der Juderia. LG, Anita

      13. April 2017 at 7:58
  • Antworten Susanne

    Hallo Anita,
    ein wirklich schöner Bericht. Deine Bilder gefallen mir wirklich sehr gut, sie fangen den Flair der Städte wunderbar ein und lassen das Fernweh aufkommen. Wenn ich deinen Bericht so lese wird mir klar, warum so viele Menschen von der Ecke Spaniens so begeistert sind.
    Lieben Gruß, Susanne

    11. April 2017 at 6:48
    • Antworten Anita

      Liebe Susanne, ich habe schon viele Ecken Spaniens bereist und Andalusien war mein absoluter Favorit bis jetzt 🙂 LG, Anita

      13. April 2017 at 7:57
  • Antworten Victoria von Nesting Nomads

    Wow, was für tolle Bilder. Ich bin sowas von verliebt! Das klingt nach einem Traum Aufenthalt und ich will jetzt auf jeden Fall auch sofort nach Andalusien.

    Liebe Grüße
    Victoria

    11. April 2017 at 5:12
    • Antworten Anita

      Liebe Victoria, Sevilla hat eine total gute Fluganbindung und eignet sich auch perfekt für einen Kurztrip. Die Stadt ist total empfehlenswert. LG, Anita

      13. April 2017 at 7:56
  • Antworten Gina

    Liebe Anita,

    Andalusien ist wirklich wunderschön. Bei mir ist es schon viele Jahre her, dass ich dort war. Damals habe ich die Umzüge der Semana Santa (Karwoche) mitbekommen, was sehr beeindruckend war.

    LG
    Gina

    10. April 2017 at 17:23
    • Antworten Anita

      Hallo Gina, danke für deinen Kommentar. Gerade in der Karwoche muss es da ja noch spannender sein, toll dass du das miterleben durftest. LG, Anita

      13. April 2017 at 7:55
  • Antworten Luisa

    Hi Anita,
    ein schöner Artikel! Sevilla steht schon länger auf meiner Liste, gerät zwischendurch aber immer mal wieder in Vergessenheit. Habe gerade mal spontan geschaut, ob es nicht noch Flüge über Ostern gibt, da ich noch auf der Suche nach einem Urlaubsziel bin 😀 Ein wenig spät aber vielleicht ergibt sich ja noch etwas 😀
    Viele Grüße
    Luisa

    10. April 2017 at 14:58
    • Antworten Anita

      Hallo Luisa, ja besonders in der Settimana Santa soll es dort ganz bezaubernd sein 🙂 Ich hoffe, dass du Sevilla bald einen Besuch abstatten kannst. Alles Liebe, Anita

      13. April 2017 at 7:53
  • Antworten In 80 Days

    Hey,
    ich habe auch vor ein paar Jahren eine Rundreise durch Andalusien gemacht und war vollkommen hin und weg.
    Bei Deinem Reisebericht sind mir die alten Erinnerungen alle wieder hoch gekommen 🙂 Toll geschrieben!
    Liebe Grüße
    Esther

    14. Oktober 2016 at 8:03
    • Antworten gailtalontour

      Hallo liebe Esther, es freut mich, dass dir meine Beiträge so gut gefallen! Oh ja… Andalusien hat mich komplett verzaubert! Für mich bis jetzt eine der schönsten Gegenden Europas ❤️

      14. Oktober 2016 at 8:24

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